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Hennef & Ökologie & Wirtschaft » Bau in der Ladestraße – Entstehung einer Betonwüste oder „Meilenstein für die Entwicklung des Zentrums“*?
12Jan

Bau in der Ladestraße – Entstehung einer Betonwüste oder „Meilenstein für die Entwicklung des Zentrums“*?

Bau in der Ladestraße / Foto: Grüne Jugend Hennef (CC BY 3.0 DE)

Bau in der Ladestraße / Foto: Grüne Jugend Hennef (CC BY 3.0 DE)

4000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf zwei Etagen, belegt durch die vierte „Saturn“-Filiale im Rhein-Sieg-Kreis, das Bekleidungsgeschäft Charles Vögele, den Schuhladen Reno, einen Bäcker, einen Friseur und einen Lotterieladen. Daneben ein 140 Meter langes Parkhaus mit 200 Stellplätzen. Diese Fakten beschreiben den neu entstehenden Erwerbskomplex in der Hennefer Ladestraße, dessen Eröffnung für Juni 2014 angesetzt ist.

Wir als Junge Grüne stellen uns die Frage, welche Konsequenzen ein solcher Großbau für unsere Innenstadt aus ökonomischer, ökologischer und verkehrstechnischer Perspektive hat und inwiefern KäuferInnen-Interessen berücksichtigt werden.

Sicher ist eines: Das längst baufällige, leer stehende Gebäude, das die Ladestraße und damit das Bahnhofsumfeld schäbig wirken ließ, musste dringend ersetzt werden – am besten wohl durch eine die Innenstadt aufwertende, kaufkraftbindende Ladenreihe. Insofern halten wir die Grundintention des Baus für sinnvoll. Auch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive wird Hennef nur gewinnen können. Diejenigen HenneferInnen und anderen KundInnen aus der Umgebung, die bisher einen Elektronikfachmarkt in Siegburg, Troisdorf oder Sankt Augustin besucht haben, werden nun auch hier fündig, möglicherweise auf Kosten kleiner Musik- und Elektroläden – für viele von persönlichem Wert – , deren Beständigkeit neben einem solch großen Konkurrenten wohl kaum voraussagbar ist. Gleichzeitig werden andere EinzelhändlerInnen durch die erhöhte Kaufkraftbindung profitieren.

Der direkte Anschluss an Bus und Bahn lässt darauf hoffen, dass ein Großteil der Kundschaft über straßenentlastende, umweltfreundliche Verkehrsmittel anfahren wird. Leider ist eine korrekte Vorhersage dazu nicht möglich, es wird sich zeigen müssen, wie stark die Innenstadt von zusätzlichem Straßenverkehr belastet werden wird. Der möglichen Entwicklung des Hennefer Zentrums hin zu einer verkehrsbelasteten Zone, die für FußgängerInnen und RadfahrerInnen gefährlich ist, sollte man sich deshalb bewusst sein, und verkehrsumleitende Maßnahmen, wie etwa das Schaffen von Einbahnstraßen, in Erwägung ziehen.

Unserer grundsätzlichen Zustimmung zu einem Bau in der Ladestraße, der Hennefs Innenstadt attraktiver machen wird, fügen wir, auf das konkrete Projekt bezogen, vor allem folgende Kritik hinzu: Ein vierter „Saturn“-Markt an vier aufeinander folgenden Bahnstationen im Rhein-Sieg-Kreis mag auf ökonomischer Ebene sinnvoll sein. Wie ist es aber mit der Verwirklichung des vielmals ausgesprochenen Interesses an einem Bioladen und/oder einem Fairtrade-Laden? Hier werden BürgerInnen-Interessen zugunsten wirtschaftlicher Interessen untergraben. Und wie steht es mit einem Treffpunkt für Jugendliche, einem Kulturzentrum, wo wird dafür endlich Raum geschaffen? Diese sozialen Forderungen werden in den Hintergrund gerückt! Wie steht es um die  versprochene Grünanlage als Ausgleich für das Fällen einer Reihe von Bäumen? Werden die ökologischen Versprechen vor dem Hintergrund eines solchen Großbaus für irrelevant gehalten?

Die Grüne Jugend Hennef verlangt, dass soziale und ökologische Belange nicht in den Schatten wirtschaftlicher Interessen gestellt werden, dass nicht nur maximal rentable Verkaufsketten, sondern auch Bio – und Fairtrade-Läden in den Neubau integriert werden, dass verkehrsentlastende Maßnahmen ergriffen werden, dass aus der Ladestraße keine Betonwüste, sondern ein grüner Stadtkern wird!

(Text: Anna Horn, Januar 2014)

 

*Zitat: Klaus Pipke; http://www.hennef.de/index.php?id=787&tx_ttnews[tt_news]=1828&cHash=a672ec440dc9ae7eca4ffe50a8e804b6, Zugriff am 12.01.2014.

Verfasst am 12.01.2014 um 22:44 Uhr von mit den Stichworten .
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